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07.02.2006
nachdenkliches
nicht von mir, sondern vom trampeltier (ich hoffe, es ist dir recht?!). er hatte es wohl in meinem gästebuch in einer melancholischen minute verfasst, aber ich finde es so trefflich fomuliert und einfach schön, daß ich es hier in voller länge präsentieren möchte. nicht schlecht für einen, der vom stricken, wie er selbst sagt, keine ahnung hat, oder? aber jetzt:
Wir alle stricken an unserem Leben. An jedem Tag ein Stückchen weiter. Einige
stricken liebevoll und sorgsam; man merkt, welche Freude es ihnen bereitet, ihr
Lebenswerk zu gestalten. Es kostet viel Kraft und Arbeit, "Lebens-Maschen" neu
aufzunehmen. Oft ist es ein buntes Maschenwerk, durchsetzt mit Reihen in tristen
Farben. Nicht immer können wir die Farbe slbst wählen, und auch die Qualität der
Wolle wechselt: mal weiß und flauschig weich, mal grau und kratzig.
Und hin und wieder läßt man auch mal eine Masche fallen, oder sie fällt ohne
unser Zutun...
Zurück bleiben Löscher in einem unvollständigen Muster.
Manchmal reißt der Faden, dann hilft nur ein dicker Knoten. Wenn wir unser Leben
betrachten, wissen wir genau, welche das sind.
Es geschieht auch, daß Einer das Strickzeug in die Ecke wirft.
Für uns wird es immer ein ewiges Geheimnis bleiben, wieviel Lebensfaden uns noch
zu verstricken bleibt. Du hast die Nadel in deiner Hand, du kannst das Muster
wechseln, die Technik oder auch das Werkzeug.
Nur aufribbeln kannst Du nichts, auch nicht ein kleines Stück...


Kommentarstatus
Hallo Diana,
das Gedicht ist im Original von Kristiane Allert-Wybranietz und in ihrem Büchlein *Trotz alledem* zu finden.
Deine Version hier ist zwar leicht abgewandelt, aber das Original schimmert durch :-)
Aber ich fand den Text schon immer sehr schön udn auch passend :-)
sonnige Grüße, Ester
Veröffentlicht von: Ester | 07.02.2006
Huhu,
ist das schööööön!
Tolles Verslein mit viel Kern!
LG
Annette
Veröffentlicht von: Annette | 08.02.2006
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